Haben Sie schon einmal von einem Schloss gehört, das aus England in die USA importiert wurde? Thornewood Castle in Lakewood, Washington, ist genau das – ein echtes Stück mittelalterlicher Geschichte, das über den Atlantik gereist ist. Doch hinter den alten Mauern verbirgt sich nicht nur prächtige Architektur, sondern auch eine unheimliche Geschichte.
Kapitel 1: Der Schlossherr und seine Vision
Der Mann hinter diesem kühnen Plan war Chester Thorne, ein wohlhabender Geschäftsmann aus dem Pazifischen Nordwesten. Seine Idee war so einfach wie verrückt: Er wollte seiner Frau Anna ein einzigartiges Geschenk machen.
Kapitel 2: Ein Liebesbeweis aus dem Mittelalter
Thorne kaufte nicht einfach nur ein Grundstück. Er reiste nach England und erwarb die Struktur eines ganzen, rund 400 Jahre alten Herrenhauses (aus dem 15. Jahrhundert, der Tudor-Zeit). Er ließ es Stein für Stein abtragen, akribisch nummerieren, in Holzkisten verpacken und per Schiff um Kap Hoorn nach Washington transportieren. Der Bau des Schlosses in Lakewood begann dann offiziell im Jahr 1909 und wurde um 1911 fertiggestellt. Es war die Verwirklichung einer mittelalterlichen Fantasie auf amerikanischem Boden.
Kapitel 3: Die Herrin und das Spiegelbild
Anna Thorne, die Ehefrau, war die Seele des Schlosses. Doch Gerüchten zufolge hat sie es nie ganz verlassen.
Besucher und Mitarbeiter berichten bis heute von seltsamen Vorkommnissen im Schloss. Eine der bekanntesten Legenden rankt sich um einen alten, kunstvollen Spiegel, der heute in der Braut-Suite hängt. Es wird erzählt, dass Gäste gelegentlich nicht ihr eigenes Spiegelbild darin sehen, sondern das einer Frau in viktorianischer Kleidung – angeblich Anna Thorne selbst.
Kapitel 4: Die Spuk-Legenden
Neben Annas Spiegelbild gibt es noch weitere Geschichten:
Der Geist von Chester Thorne selbst soll gelegentlich in der Bibliothek oder auf den Fluren gesehen worden sein, als würde er noch immer nach dem Rechten sehen.
Und am Ufer des American Lake wird manchmal von der Erscheinung eines kleinen Kindes berichtet, das traurig auf das Wasser blickt.
Die Sache mit den Glühbirnen: Der Geist von Chester Thorne selbst soll ziemlich technik-affin sein – in seinem ehemaligen Zimmer (heute das „Money Room“ genannt) finden Gäste und Mitarbeiter regelmäßig Glühbirnen, die völlig unerklärlich aus den Lampen herausgeschraubt wurden.
Der geheimnisvolle Spiegel: In der heutigen Braut-Suite (dem ehemaligen Zimmer von Anna Thorne) hängt noch immer ein antiker Spiegel. Besucher berichten immer wieder, dass sie plötzlich im Spiegel das Gesicht oder die Silhouette einer Frau in historischen Kleidern hinter sich sehen – drehen sie sich um, ist niemand da.
Schritte und Stimmen im leeren Saal: In den Fluren und im großen Eingangsbereich (Grand Room) hören Gäste oft mysteriöse Schritte, gedämpfte Stimmen oder plötzlich auftretende kalte Luftzüge, obwohl sich niemand sonst im Raum befindet. Manchmal spielen angeblich unsichtbare Hände mitten in der Nacht Klavier.
Das Kind am See: Am Ufer des American Lake, direkt vor dem Schloss, wird gelegentlich die schattenhafte Gestalt eines kleinen Kindes gesehen, das reglos auf das Wasser blickt – läuft man hin, um nachzuschauen, ist im nächsten Moment niemand mehr da.
Kapitel 5: Das Schloss in Hollywood – Stephen Kings „Rose Red“
Diese gotische und leicht unheimliche Atmosphäre war es auch, die Stephen King faszinierte. Im Jahr 2002 wurde Thornewood Castle als Hauptkulisse für seine Grusel-Miniserie „Rose Red“ genutzt, in der das Herrenhaus selbst zum Leben erwachte und spukte. Plötzlich war das „importierte Schloss“ weltweit berühmt.
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